Organisationen-Portrait: CLUB OF ROME

Wer ist eigentlich der CLUB OF ROME und für was setzt sich die Organisation ein?
Im Jahre 1968 gegründet, setzen sich die Mitglieder seit jeher für eine nachhaltige Entwicklung der Menschheit ein. 1973 erhielt der Club als bisher einzige Organisation den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, mit dem sonst nur Einzelpersonen ausgezeichnet werden. Wer ihre Mitglieder und was ihre aktuellen Themen sind, erfährst du in diesem Beitrag.

CLUB OF what?

Der CLUB OF ROME setzt sich für die wichtigsten Zukunftsprobleme der Menschen ein und sich mit ihnen auseinander. Hierfür forschen, recherchieren und testen sie, welche Zukunftsszenarien zur Verbesserung der Zukunft genutzt werden können. Ferner führen sie Risikoanalyse durch und schlagen, basierend auf ihren Erkenntnissen, Handlungsoptionen vor.

Präsidentinnen: Sandrine Dixson-Declève und Mamphela Ramphele
Mitglieder: Experten verschiedener Bereiche
Gründungsjahr: 1968
Hauptsitz: Winterthur, Schweiz

CLUB OF ROME
Logo CLUB OF ROME (Creative Commons)

Die Deutsche Gesellschaft CLUB OF ROME versteht sich nicht nur als Denkfabrik, sondern ist als Ideengeber, Initiator und Partner aktiv.

Aktuelles

Im Folgendem haben wir dir drei Zitate von Mitgliedern des Club Of Rome herausgesucht, die zeigen, was ihre Themen sind, wofür sie sich einsetzen und wo sie selbst Kritik üben.

#Howdareyou

“Als ich gestern Gretas Rede in der UN hörte durchlief ich ein Wechselbad an Gefühlen. Dass Greta dort stehen und eine Rede halten musste, weil unser Planet in eine Notlage geraten war, machte mich traurig. Das mangelnde Verständnis der Öffentlichkeit und der Politiker deprimierte mich. […] Als Greta versicherte, dass eine Veränderung naht, war ich erleichtert – denn schon bald werden junge Menschen zur Wahl gehen dürfen und alle Dinosaurier abwählen, die sich bis heute gegen die notwendigen Veränderungen stellen.” [sic!] [1]

Kristin Vala Ragnarsdottir, Full Member CLUB OF ROME International

Kohleausstieg

​”Deutschland sendet mit dem relativ späten Datum beim Kohleausstieg ein fatales Signal an andere Kohleländer. […] Die jetzigen Empfehlungen zum Kohleausstieg sind ein typischer Kompromiss. Viele Interessen mussten berücksichtigt werden. Klima war nur ein Punkt vor mehreren. Insofern war die Kommission im Hinblick auf einen ambitionierten Klimaschutz von vornherein zum Scheitern verurteilt. Aber immerhin kommt jetzt wieder Bewegung in den Kohleausstieg. Meine Hoffnung ist, dass man die Dynamik beim Zubau der erneuerbaren Energien, beim Netzausbau und bei der Energiespeicherung noch beschleunigen kann. So dass die CO2-Emissionen dann doch stärker sinken können als jetzt geplant.” [sic!] [2]

Prof. Mojib Latif zu den Empfehlungen der Kohlekommission zum Kohleausstieg

CO2-Steuer

“Nicht geht es an erster Stelle um CO2 und KWh, sondern um ökologische und biologische Diversität, funktional wie genetisch, um Böden und Landschaften, um Wassersysteme und die Nahrungsketten. Dennoch fokussiert sich die Diskussion auf CO2 und Energie, weil diese so einfach zu quantifizieren und in den bestehenden ökonomischen Status Quo integrierbar. Richtig wäre es, zur Erreichung einer nachhaltigen (lebensdienlichen) Wirtschaftspraxis, Marktmechanismen zu nutzen durch eine grundlegende Umgestaltung der Logik des marktlichen Wettbewerbs, so, dass sich Substanzaufbau an der Natur, an ihrer Vielfalt und den Ökosystemen als unternehmerischer Vorteil am Markt äußert. […] Um dieses zu erreichen, braucht es eine Anpassung der Gesetzgebung und der ordnungspolitischen Rahmenbedingungen für die ökonomische Praxis. Demgegenüber ist die aktuelle Debatte zu einer CO2-Steuer völlig kontraproduktiv.” [sic!] [3]

Dr. J. Daniel Dahm: “Die aktuelle Debatte zu einer CO2-Steuer ist kontraproduktiv”

Eine Bestandsaufnahme nach 50 Jahren

Während viele Menschen den CLUB OF ROME noch immer für revolutionär halten und ihre Entwürfe und Ideen für eine nachhaltige Welt unabdingbar, gibt es auch Kritiker, die den Club als nicht mehr zeitgemäß ansehen. Die Forderungen des Clubs sind rigoros und extrem – partiell ist das aktuell nötig, aber in mancherlei Hinsicht nicht umsetzbar, wie von ihnen gefordert.

Stimmen aus der Presse zum CLUB OF ROME

Wir möchten, dass du dir selbst eine Meinung bilden kannst und haben dir deshalb zwei Pros und zwei Contras aus der Medienwelt zusammengestellt. Mit einem Klick auf den Namen unter dem Zitat gelangst du zum jeweiligen Artikel.

“Auch fast ein halbes Jahrhundert später liest sich „Die Grenzen des Wachstums“ wie ein hochaktuelles Buch. Natürlich gibt es inzwischen viel genauere Computermodelle, um in die Zukunft zu schauen. Aber damals war schon der Versuch einer Prognose eine Revolution. Das Buch hat das Bewusstsein einer ganzen Generation verändert.” [4]

“Nur gemeinsam können wir den Planeten retten […] Deshalb ist es gut, dass so viele Staaten die Klimaziele von Paris teilen, dass sich die Staatengemeinschaft auf 17 Entwicklungsziele bis 2030 geeinigt hat. Doch für den Club of Rome, als Mahner, als Impulsgeber bleibt immer noch viel zu tun. Auch 50 Jahre nach seiner Gründung sind seine Ziele höchst aktuell.” [5]

“Die Lösung für den Klimawandel scheint für den Club of Rome in der Abschaffung der Menschheit zu liegen. So lautet einer der “radikalen Vorschläge”, Frauen in Industrieländern eine Prämie von 80.000 US-Dollar zu zahlen, damit sie keine oder nur ein Kind bekommen. Es ist nicht schwer, sich auszumalen, was passieren würde. Es würde zu einem elitären Selektionsmechanismus führen, Familien mit geringen Einkommen würden dazu gedrängt, weniger oder keine Kinder zu bekommen.” [6]

“Der technische Fortschritt und die Erfindungsgabe der Menschen ermöglichen es, mit Knappheiten umzugehen. Heute leben mehr Menschen denn je in relativem Wohlstand […] Die (fossilen) Ressourcen sind zwar knapp und werden teurer, sind aber noch keineswegs erschöpft, wie die apokalyptischen Szenarien der Club-Wissenschaftler vor vierzig Jahren besagten. Auch der neue Report des Club of Rome, […] gönnt sich kein bisschen Optimismus, sondern schwelgt in Angstszenarien.” [7]

Weiterführende Informationen

Dich interessiert was der CLUB OF ROME sonst so tut, dann schau mal auf ihrer Website vorbei. 

Quellen

Logo: Creative Commons
[1] Kristin Vala Ragnarsdottir, Full Member CLUB OF ROME International über Greta Thunberg
[2] Prof. Mojib Latif zu den Empfehlungen der Kohleemmission zum Kohleausstieg
[3] Dr. J. Daniel Dahm über die aktuelle Debatte zu einer CO2-Steuer 
[4] Ehrenstein, Claudia (2018):“Ist der Club Of Rome noch zeitgemäß?” auf welt.de
[5] Kitzler, Jan Christoph (2018): “Der kritische Blick auf das Wachstum” auf deutschlandfunk.de
[6] Fratzscher, Marcel (2016): “Die verquere Logik des Club Of Rome” auf spiegel.de
[7] Plickert, Philip (2012): “Die Propheten des Untergangs” auf faz.net

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