UN-Klimasekretariat (UNFCCC)

Name: United Nations Framework Convention on Climate Change  (UNFCCC)

Leitung: Patricia Espinosa

Gründungsjahr: 1992

Hauptsitz: Bonn, Deutschland

Mitglieder: 197 Staaten

 

Das Sekretariat des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen, oder einfach Klimasekretariat, entstand 1992 aus dem Umweltgipfel der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro. Dieses unterstützt, die am Abkommen beteiligten Regierungen, bei der Umsetzung der beschlossenen Konventionen zur Begrenzung des menschengemachten Klimawandels.

Nicht mehr als 1,5 °C

197 Staaten – und somit fast alle Länder der Erde haben sich durch das Rahmenübereinkommen verpflichtet, die Treibhausgaskonzentration der Atmosphäre auf einem verträglichen Niveau zu stabilisieren. Ziel ist es, eine gefährliche Störung des Klimasystems zu verhindern und eine natürliche Anpassung an die neuen Gegebenheiten zu ermöglichen.

 

Das Klimasekretariat der UNFCCC tritt als Unterstützer, Organisator und Prüfer auf. Die Beratung der Mitgliedstaaten, aber auch die Organisation von Konferenzen und die Analyse der Klimaberichte der Mitglieder, gehören zu den Kernaufgaben der Organisation.

 

Wie genau die Klimaberichte der einzelnen Mitglieder erstellt werden, erklärt dieses Video:

Neben den Kernaufgaben setzt sich das Klimasekretariat in der gesamten Gesellschaft für einen stärkeren Klimaschutz ein. Außerdem bietet es Regierungen sowie Institutionen Hilfe bei der Entwicklung von Techniken zur Überwindung der unabwendbaren Folgen des Klimawandels an. Dazu stehen über 450 Mitarbeiter aus verschiedenen Nationen, Religionen und Ethnien bereit, die sich von Bonn aus für das UNFCCC einsetzen.

Rio, Kyoto und Paris

Die ursprünglich aus dem Umweltgipfel in Rio abgeleiteten Ziele wurden im Laufe der Jahre durch das Kyoto-Protokoll 1997 und das Pariser Abkommen von 2015 ergänzt. Dessen zentrale Forderungen stellt die Begrenzung der Klimaerwärmung auf maximal 1,5 °C im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter dar. Ein Ziel, das nur durch die Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2050 um 80 bis 95 Prozent im Vergleich zu 1990 erreichbar ist.

Conferenc of the Parties (COP)

Die alljährlich stattfindende Conforence of the Parties (COP), auch UN-Klimakonferenz genannt, ist die größte und wichtigste Konferenz, die vom Klimasekretariat begleitet wird. Hier bringen die Vertragsstaaten neue Zusätze und Abkommen, wie bspw. das Kyoto-Protokoll, ein und beschließen Maßnahmen zum Klimaschutz in puncto Technologieentwicklung, Finanzierung und Durchführung. Das Sekretariat der UNFCCC übernimmt dabei administrative Aufgaben wie die Vernetzung mit anderen relevanten Organisationen oder die Bereitstellung von unterstützenden Berichten.

“Von jetzt an werden meine fünf Prioritäten sein: Ehrgeiz, Ehrgeiz, Ehrgeiz, Ehrgeiz und Ehrgeiz”

Executive Secretary Patricia Espinosa (COP 2018)

Gemeinsames Vorgehen, unterschiedliche Auslegung

Die Konvention von 1992 folgt in ihrem dritten Artikel dem Prinzip der “gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortlichkeiten und jeweiligen Fähigkeiten” (CBDR-RC). Dies bedeutet, dass die Bewältigung der Klimakrise ein gemeinsames Vorhaben der Mitgliedstaaten darstellt. Dessen Erreichung aber von jedem einzelnen Land nach Fähigkeiten und Anteil an den globalen Treibhausgasemissionen unterschiedlich durchgeführt werden kann. Dabei wird zwischen Industrie- und Entwicklungsländern unterschieden. Industrieländer bzw. Annex I-Staaten verpflichteten sich zu einer Reduktion ihrer Emissionen und – falls finanziell möglich – zur Unterstützung von Entwicklungsländern bei deren Zielen. Die sogenannten Nicht-Annex-I-Staaten waren laut Ursprungskonvention aber von der Reduktion ihrer Emissionen freigestellt, was auch zu Kritik führte. 


Fielen 1992 noch den Industrieländern die meisten Emissionen zu, ist heutzutage China der größte CO2-Verursacher, gilt aber laut Konvention als Entwicklungsland. Gleiches gilt für Indien oder Indonesien, welche durch ihre gestiegene Wirtschaftlichkeit ebenso einen großen Teil der weltweiten Treibhausgase ausstoßen. Erst durch das Pariser Abkommen von 2015 verpflichteten sich auch diese Länder endgültig zu einem globalen Vorgehen in der Bewältigung der Klimakrise.

Weiterführende Informationen

Wenn du noch mehr zum UNFCCC und dessen Klimasekretariat erfahren möchtest, empfehlen wir dir die offizielle Homepage.

Nachhaltigkeit in der Politik kann ein kompliziertes Thema sein, deshalb haben wir direkt ein paar weitere Beiträge wie bspw. zum Weltklimarat (IPCC) oder den UN-Klimakonferenzen für dich.

Nicht nur Regierungen leisten etwas fürs Klima, sondern auch der “normale” Bürger kann viel erreichen. In unseren Blogbeiträgen zu Fridays For Future und dem CLUB OF ROME beleuchten wir zwei Organisationen, die ganz unabhängig von der Politk agieren.

Von Jonas Maerkle • 15.04.2020